Seidiger Afghanen-Schimmer im akkurat gekämmten Haar

Schwagstorf (ms)

Windhunde: Große Spezialzuchtschau in Schwagstorf

Den „italienischen Windspielen" war es zu kalt an diesem Tag. Dick eingemummelt kuschelten sich die nur knapp 35 Zentimeter großen Hunde in den Schoß ihrer Besitzer und warteten auf ihren Auftritt. Der Osnabrücker Windhundrennverein hatte zur „Spezialzuchtschau" auf das Gelände der Schwagstorfer Mehrzweckhalle eingeladen. Bei frischem Frühlingswetter präsentierten sich 125 Hunde aus zwölf Rassen den Wertungsrichtern. Sie waren zusammen mit ihren Besitzern aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland angereist, um die strengen Kriterien für die Zuchtzulassung zu erfüllen. Außerdem vergaben die Richter in den drei Ringen Anwartschaften für das Schönheitschampionat des Windhundzuchtverbandes.

Um den Familienhund in einen angehenden Champion zu verwandeln griffen Herrchen und Frauchen erst einmal zu Kamm und Bürste oder polierten ihren kurzhaarigen Liebling mit speziellen Tüchern auf Hochglanz. Be sonders die Afghanen beeindruckten mit seidigem Schimmer im akkurat ausgekämmten Langhaar. Die Wertungsrichter warfen ein kritisches Auge auf solche Äußerlichkeiten. „Wir bewerten den Hund in seiner natürlichen Konstitution. Wer manipuliert, wird disqualifiziert", erklärte Reinhard Glanert, Vorsitzender der Landesgruppe Weser-Ems im Deutschen Windhundzucht-und Rennverband.

So mußten sich vom hüfthohen „Irish Wolfhound" bis zum Windspiel im Westentaschenformat alle Rassenvertreter auf perfekten Körperbau, harmonische Bewegungen und einen festen Charakter prüfen lassen. Die Windhundzüchter sind stolz auf ihre strengen Zuchtkriterien. Hüftgelenks- oder Rückgratveränderungen, mit denen andere Rassen zu kämpfen haben, seien bei ihnen unbe kannt, so Glanert. Was „Wind against Even Fau in Love", Ya-nina aus dem Zarenreich" oder „Kieselsteinchen's Bal-duin" noch auszeichnet, ist ihre freundliche Gelassenheit und die enge Bindung an den Besitzer. Ein schlagendes Argument haben die Windhunde all ihren weniger exotischen Kollegen voraus. „Diese Hunde riechen nicht", versichert Reinhard Glanert. Den vom „Windhundfieber" Infizierten ist für so viele Vorzüge scheinbar kein Luxus zu teuer: Selbst „Hundebetten nach Maß" hatte ein Händler im Angebot. Zur nächsten Zuchtschau lädt der Osnabrücker Windhundrennverein am Samstag, 5. Juni, auf den Rennplatz in Schwagstorf ein. Dann werden die „Barsoi" im Mittelpunkt stehen.