Die Jagd nach dem falschen Hasen

Ostercappeln (dm): Neue Osnabrücker Zeitung, vom 03.04.2005

Wettkämpfe beim Windhundrennverein - Zuchtschau mit fast 200 Tieren

Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Niederlanden -auf zwei und vier Beinen - trafen sich jetzt wieder beim Osnabrücker Windhundrennverein auf dem Rennplatz in Schwagstorf. Nach einer Zuchtschau mit fast 200 Windhunden verschiedener Rassen stand tags darauf ein Geländerennen, das so genannte Coursing, auf dem Programm. Auf einer Wiese hinter dem Rennoval hatten die Organisatoren des Osnabrücker Windhundrennvereins einen Zick-Zack-Parcours für den Coursing-Wettbewerb aufgebaut. Genau wie auf der Rundstrecke, müssen die Windhunde auch beim Coursing einem „Hasen", dargestellt von einem gelben Trassierband-Büschel, nachjagen. Über Umlenkrollen kann der „Schnur-Hase" dabei rasante Haken schlagen.

Die ersten Kontrahenten waren Neulinge auf dem Coursing-Parcours. „Feller" und „Ferres", zwei anderthalbjährige Windhunde von Katja Wengler und Ulla Schwarze sind Lurcher, die vom Deutschen Windhund-Verband aber noch nicht offiziell als Rasse anerkannt sind. Daher durften die beiden Geschwister-Hunde nur einen Schaulauf absolvieren. 104 Windhunde aus neun verschiedenen Rassetypen jagten beim anschließenden Wettkampf um Preise und Pokale. Am Start waren die Rassen Afghanen, Azawakh, Barsoi, Deerhound, Galgo espanol, Irish Wolfhound, Saluki, Sloughi und Whippets.

Drei Feldrichter und ein „Master" bewerten die Hunde im Rennparcours nach seiner Aufmerksamkeit auf den „Hasen", nach Jagdgeschick und Kondition. Erfahrene Rennhunde sind auf dem Parcours leicht zu erkennen: Sie wissen nämlich schon, wann der „Hase" einen Haken schlagen wird und kürzen die Strecke dann geschickt ab. Damit aber nach Möglichkeit keiner der Hunde vor dem eigentlichen Ziel sein Jagdopfer erwischt, kann der Bediener der Winde die Geschwindigkeit des Hasen steuern.

„Fälschlicherweise wird oft angenommen, die Windhunde seien überzüchtet - das stimmt nicht", erklärt Ursula Jänicke, „ein Windhund braucht den schnellen Auslauf von seinem Naturell als Jagdhund". Das sei auch ein Grund, warum die meisten Windhund-Besitzer einem Verein angeschlossen sind. Die 40 Mitglieder des Osnabrücker Windhundrennvereins kommen aus dem gesamten Weser-Ems-Gebiet.