Der mit dem Auge jagt

slx OSTERCAPPELN: Neue Osnabrücker Zeitung online, vom 03.04.2006

Stoppelhopser, die kaum über die Grasnarbe blicken können, die einen, elegante Läufer die anderen. Egal, Windhunde wollen nur das eine: einen künstlichen Hasen zu packen kriegen. Gelegenheit dazu hatten die ebenso schnellen wie eleganten Tiere am Wochenende beim Saisonauftakt des Osnabrücker Windhundrennvereins (OWRV) in Ostercappeln-Schwagstorf. "Jagdcoursing" nennt sich das Duell Hund gegen Maschine. Eine Motorwinde zieht den unechten Hasen an einer Schnur über einen rund 400 Meter langen Zickzackkurs. Zwei Windhunde hasten dem "Opfer" hinterher.

"Die Hunde sind ja nicht dumm", erläutert Wertungsrichter Herbert Wittstadt, als zwei der Jäger auf der vom Dauerregen aufgeweichten Wiese eine Abkürzung quer über den Platz nehmen und den Hasen stellen: "Das sollen sie zwar nicht, ist den Hunden aber auch egal", meint er. Schließlich sei es reiner Jagdinstinkt, der die unterschiedlich großen Windhunde vom winzigen italienischen Windspiel bis zum riesigen Irischen Wolfshund antreibe. Ebenso wie die bekannteren schlanken Afghanen seien auch diese massiven Tiere Windhunde, jagten sie ihre Beute doch "mit dem Auge", so Wittstadt.

Seinen Ursprung habe das Windhundrennen auf der arabischen Halbinsel. Dort setzten die Menschen die Hunde als Jagdwaffe ein.

100 Tiere waren am Sonntag am Start, ihre Besitzer aus ganz Deutschland und den Niederlanden angereist. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst, laden die 50 Ostercappelner Hundefreunde zum Jagdrennen auf ihre Anlage, zwei weitere Male zum Rundkursrennen. Zwischendurch gibt es offene Rennen: "Da kann jeder mit seinem Hund zum Rennen kommen."